Anleitung: Kordeln stricken

Anleitung: Kordeln stricken

Ob als Aufhänger, als Schlaufe für große Knöpfe, als Henkel, für Gürtelschlaufen oder als Bindeband: Bei Strickarbeiten werden recht oft Kordeln benötigt. Und um solche Kordeln anzufertigen, gibt es mehrere Möglichkeiten.

So kann die benötigte Kordel beispielsweise als Kette aus Luftmaschen gehäkelt werden. Eine andere Möglichkeit ist, lange Wollfäden zu einer Kordel zu verdrehen oder zu einem Zopf zu flechten. Wer eine Strickliesel hat, kann natürlich auch darauf zurückgreifen.

Doch genauso lassen sich Kordeln auch stricken. Das ist nicht schwer, geht sehr schnell und führt zu tollen Ergebnissen. Und wie das Stricken von Kordeln funktioniert, erklären wir in dieser Anleitung:

Kordeln stricken – die Materialien

Um Kordeln zu stricken, werden nur zwei Dinge benötigt, nämlich

  • Garn und
  • zwei Strumpfnadeln.

Bei den Strumpfnadeln wird es sich meist um Stricknadeln von einem Nadelspiel handeln. Wie lang die Stricknadeln sind, spielt keine Rolle. Wichtig ist nur, dass die Stricknadeln an beiden Enden Spitzen haben. Das ist deshalb entscheidend, weil die Strickarbeit nicht gewendet, sondern die Maschen auf der Nadel zurückgeschoben werden. Das erklären wir aber gleich noch ganz ausführlich. Zunächst einmal ist nur wichtig, Nadeln mit zwei Spitzen bereitzulegen.

Im Prinzip klappt das Stricken der Kordeln auch mit einer Rundstricknadel, die ja ebenfalls zwei Spitzen hat. Durch das mitunter lange Seil wird das Ganze aber eher umständlich. Kurze Strumpfnadeln sind da doch die deutlich bessere Wahl.

 

Kordeln stricken – so geht’s

Die gestrickte Kordel nennt sich auch Strickschnur oder I-Cord. Sie besteht nur aus rechten Maschen und kann in verschiedenen Stärken gestrickt werden. Konkret können es zwischen zwei und sieben Maschen sein. Je mehr Maschen angeschlagen werden, desto dicker wird die Kordel natürlich. Bei den meisten Strickarbeiten bietet sich aber eine I-Cord aus drei oder vier Maschen an.

Das Prinzip der I-Cord ist, dass die Maschen rund gestrickt werden. Dadurch entsteht dann auch die runde Kordel. Doch weil die Maschen nicht wie sonst beim Rundstricken auf einer Rundstricknadel liegen oder auf mehreren Nadeln eines Nadelspiels verteilt sind, sondern nur mit zwei Nadeln gearbeitet wird, muss ein kleiner Trick her. Und dieser Trick ist gleichzeitig auch das ganze Geheimnis hinter der Strickschnur. Sie entsteht nämlich so:

  • Zuerst wird die gewünschte Anzahl an Maschen angeschlagen.
  • Nun wird die Stricknadel nicht Stattdessen werden die Maschen ans rechte Ende der Nadel zurückgeschoben. Dadurch befinden sie sich in der richtigen Position zum Abstricken. Der Arbeitsfaden hängt dadurch zwar an der letzten Masche. Aber das macht nichts. Denn er wird einfach nach vorne gezogen. Wenn die erste Masche gestrickt ist, ist auch der Arbeitsfaden an der gewohnten Stelle.
  • Die Maschen werden nun ganz normal als rechte Maschen abgestrickt.
  • Jetzt werden die Maschen wieder zurück ans andere Ende der Nadel geschoben und erneut abgestrickt.

So wird nun weitergearbeitet, bis die Kordel die gewünschte Länge erreicht hat. Das Schema lautet also: Maschen rechts abstricken – Maschen ans rechte Ende der Nadel zurückschieben – Maschen rechts abstricken.

Und damit es anschaulicher wird, hier eine Strickkordel aus vier Maschen im Bild:

[Strickkordel]

Kordel stricken

Ist die Kordel lang genug, werden die Maschen entweder abgekettet oder mit dem Arbeitsfaden zusammengezogen. Auf der Rückseite ist die Kordel jetzt vermutlich noch nicht ganz gleichmäßig. Dass dort kleine Lücken vorhanden sind, ist der Stricktechnik geschuldet. Aber dieser kleine Makel ist schnell behoben. Oft reicht es nämlich schon aus, die Kordel einmal langzuziehen. Danach kann die Kordel noch ein wenig zwischen den Fingern hin- und hergerollt werden. Spätestens danach ist sie gleichmäßig rund und sieht von allen Seiten gleichgut aus.

Einen Kordelrand stricken

Die Strickkordel eignet sich nicht nur für lose Strickschnüre. Stattdessen kann die gleiche Technik auch für den Rand einer Strickarbeit genutzt werden. Durch den Kordelrand entsteht ein schön gleichmäßiger und runder Abschluss, der beispielsweise beim Halsausschnitt von einem Pullover oder an Ärmeln gut aussieht.

Die Stricktechnik gestaltet sich letztlich genauso wie beim Stricken einer losen Kordel. Gearbeitet wird nämlich so:

  • Als erstes werden drei neue Maschen angeschlagen. Damit der Kordelrand nicht zu dick wird, kann für das Stricken eine Strumpfnadel verwendet werden, die um eine halbe oder eine ganze Nadelstärke kleiner ist als die Stricknadel, mit der die Strickarbeit gefertigt wurde.
  • Die drei neu angeschlagenen Maschen liegen vor der Strickarbeit, sind also die drei ersten Maschen auf der Nadel.
  • Nun werden die beiden ersten Maschen rechts gestrickt. Die beiden nächsten Maschen werden rechts zusammengestrickt. (Die beiden Maschen, die als eine rechte Masche zusammengestrickt werden, sind also die letzte der drei neuen Maschen und die erste Masche der Strickarbeit.)
  • Dann werden die drei eben gestrickten Maschen auf die Nadel, auf der sich die Strickarbeit befindet, zurückgelegt. Damit sind sie wieder die drei ersten Maschen auf der Nadel. Die Stricknadel wird somit nicht gewendet. Stattdessen werden nur die Maschen an die Position geschoben, an der sie abgestrickt werden können.
  • Nun werden wieder die beiden ersten Maschen rechts gestrickt. Die beiden folgenden Maschen werden rechts zusammengestrickt.
  • Dieses Schema wird wiederholt, bis alle Maschen abgekettet sind. Das Prinzip lautet also: Zwei Maschen rechts stricken, zwei Maschen rechts zusammenstricken und die gestrickten Maschen zurück an den Anfang der Nadel legen.
  • Sind alle Maschen abkettet, sind noch die drei Maschen vom Kordelrand übrig. Sie werden ganz klassisch abgekettet, und zwar auf der linken Seite. Die Strickarbeit wird also gewendet und die drei Maschen werden links abgekettet. Dadurch wird verhindert, dass sich durch die drei Zusatzmaschen eine kleine Treppe bildet.

Ein Kordelrand kann auch an eine Strickarbeit angebracht werden, die schon fertig ist. Bei Topflappen, Decken oder Schals beispielsweise sieht das hübsch aus. Um den Kordelrand nachträglich anzustricken, werden aus den Randmaschen der Strickarbeit neue Maschen auf die Stricknadeln aufgenommen. Anschließend wird so gestrickt, wie oben beschrieben.

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Veröffentlicht von

Jenny Evers

Hallo, ich bin 1980 geboren und schreibe hier diverse Anleitunge und Ratgeber zum Thema Flechten. Viel Erfahrung sammelte ich durch die Mitarbeit viele Jahre in einem Bastelladen, zudem ist das Thema DIY - Do It yourself ein ewiges präsentes Thema bei mir. Durch meine Freundin ( Frisörmeisterin) habe ich ab und an auch Frisuren zum Thema.

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