Anleitung: Flechten mit dem Weberknoten

Anleitung: Flechten mit dem Weberknoten

 

Es gibt nicht nur unzählige Materialien, die miteinander verflochten werden können. Stattdessen steht auch eine Vielzahl an Flechttechniken zur Auswahl. Ganz klassisch wird ein Zopf oder Band aus drei Strängen geflochten. Aber auch Kordeln aus zwei Strängen oder Zöpfe aus vier, fünf, sechs und mehr Strängen sind möglich.

Daneben können die Stränge miteinander verwoben oder geknüpft werden, um chice Flechtmuster zu kreieren. Noch eine Möglichkeit für dekorative Muster stellt die folgende Anleitung vor. Hierbei wird mit dem Weberknoten geflochten.

Der Weberknoten wird auch Doppelknoten oder Kreuzknoten genannt. Der Name Weberknoten geht vermutlich darauf zurück, dass Weber diesen dünnen, flachen Knoten gerne verwendet haben, um Fäden miteinander zu verbinden. Doppel- oder Kreuzknoten heißt er deshalb, weil er im Prinzip aus zwei halben Knoten besteht, die sich kreuzen. In der Antike war der Knoten als Heraklesknoten bekannt und seinerzeit wurden dem Knoten mystische Kräfte zugesprochen.

Der Weberknoten ist recht einfach zu binden. In der Theorie klingt die Vorgehensweise zwar möglicherweise etwas komplizierter. Wer zwei, drei Knoten geknüpft hat, hat den Dreh aber sicher raus. Am besten klappt der Weberknoten, wenn die Stränge alle aus dem gleichen Material bestehen. Werden verschiedene Materialien verwendet, sollten sie zumindest die gleiche Stärke haben. Andernfalls sieht das Flechtwerk schnell ungleichmäßig und schief aus.

 

Flechten mit dem Weberknoten – so geht’s

Damit die Anleitung verständlicher wird, werden die Knoten aus Fäden in drei Farben geflochten. Zwei Fäden sind schwarz, ein Faden ist rot und ein Faden ist weiß.

 

Die Fäden zuschneiden

Als erstes werden die vier Fäden in die richtige Länge gebracht. Die beiden schwarzen Fäden sind die Leitfäden. Sie liegen in der Mitte und werden umflochten. Die schwarzen Fäden sollten ein Stück länger sein als die Länge, die die geflochtene Kordel später haben soll. Der rote und der weiße Faden sind die Knüpffäden. Sie müssen ungefähr fünfmal so lang sein wie die schwarzen Fäden.

Sind die Fäden in der richtigen Länge vorhanden, werden sie zusammengenommen und am oberen Ende zusammengeknotet. Wer ein Armband, eine Kette oder einen Schlüsselanhänger anfertigen möchte, kann die Fäden natürlich auch gleich in einen Schmuckverschluss oder an einen Schlüsselring knoten.

 

Der erste Knoten

Die Fäden werden nun so hingelegt, dass der rote Faden links, die beiden schwarzen Fäden in der Mitte und der weiße Faden rechts liegen. Jeder Weberknoten beginnt mit dem weißen Faden.

Für den ersten Knoten wird der weiße Faden erst unter den beiden schwarzen Fäden und dann über den roten Faden nach links gelegt. Dadurch ist auf der rechten Seite eine Schlaufe entstanden. Anschließend wird der rote Faden über die schwarzen Fäden nach rechts gelegt und von oben nach unten durch die Schlaufe geschoben. Nun müssen die beiden Knüpffäden nur noch fest angezogen werden. Dadurch schieben sie sich zusammen und der erste Knoten ist fertig.

Im Bild sieht das Ganze so aus:

[Foto Weberknoten]

Weberknoten Anleitung

 

Der zweite Knoten

Der zweite Knoten wird gegengleich gearbeitet. Da wieder mit dem weißen Faden begonnen wird, dieser Faden jetzt aber auf der linken Seite liegt, geht es also andersherum.

Für den zweiten Knoten wird der weiße Faden unter den beiden schwarzen Fäden und über den roten Faden nach rechts gelegt. Damit ist auf der linken Seite eine Schlaufe vorhanden. Dann wird der rote Faden über die beiden schwarzen Fäden von rechts nach links geführt und von oben durch die Schlaufe gesteckt. Nun werden die beiden Knüpffäden wieder fest zusammengezogen und damit ist auch der zweite Knoten geschafft.

 

Die Kordel weiterarbeiten

Nach diesem Schema wird nun immer weitergeflochten, bis die Kordel die gewünschte Länge erreicht hat. Es wird also immer abwechselnd einmal der erste und einmal der zweite Knoten gearbeitet. Ist das Band lang genug, werden die Fäden wie am Anfang auch am unteren Ende mit einem Knoten gesichert und die nicht verflochtenen Längen abgeschnitten.

 

Abwandlungen

Mit dem Weberknoten geflochtene Bänder sehen sowohl bunt als auch einfarbig toll aus. Dabei müssen nicht unbedingt vier Fäden verarbeitet werden. Genauso ist möglich, einen Leitfaden wegzulassen und die Kordel nur aus drei Fäden zu fertigen. Wer die Optik noch zusätzlich aufpeppen möchte, kann zwischendurch immer wieder Perlen oder kleine Schmuckanhänger auffädeln.

Außerdem kann die Kordel nicht nur als gerade, sondern auch als gedrehte Kordel geflochten werden. Beim gedrehten Weberknoten wird immer nur von rechts geknotet. Es wird also fortlaufend der erste Knoten gearbeitet, der zweite Knoten fällt komplett weg. Die Knoten beginnen dadurch einmal mit dem weißen und einmal mit dem roten Faden, die Seite bleibt stets dieselbe. (So eine gedrehte Kordel ist übrigens auf dem Foto oben zu sehen.)

Mehr Flechtanleitungen, Flechtvorlagen und Tipps:

Thema: Anleitung: Flechten mit dem Weberknoten

Teilen:

Kommentar verfassen