Anleitung für das Fingerstricken

Anleitung für das Fingerstricken

 

Um Schnüre, Kordeln und Bänder anzufertigen, gibt es mehrere Möglichkeiten. Eine Variante ist, sie zu flechten. Daneben können sie gewoben oder geknüpft werden. Eine weitere Möglichkeit, um originelle schlauchartige Gebilde mit einem dekorativen Flechtmuster anzufertigen, ist das Fingerstricken.

Viel mehr als Garn oder Wolle und die Hände braucht es dafür nicht. Die Technik ist sehr einfach, lässt sich schnell lernen, macht Spaß – und wer den Dreh einmal raus hat, kann im Handumdrehen allerlei Gestricktes anfertigen. Die Strickschläuche wiederum, die beim Fingerstricken entstehen, lassen sich zu den verschiedensten Dingen weiterverarbeiten.

So können sie als Deko genutzt, als Geschenkband verwendet oder als Halskette getragen werden. Mehrere Strickschläuche können miteinander zu einem Gürtel oder einem kuscheligen Schal verbunden werden, durch ein eingezogenes Gummiband wird aus dem Strickschlauch ein chices Haarband. Aber wie funktioniert das Fingerstricken denn überhaupt?

Hier kommt eine ausführliche Anleitung!:

 

Eine Anleitung für das Fingerstricken

Das Stricken mit den Fingern ist deutlich einfacher als das klassische Stricken mit Stricknadeln. Zunächst muss das Garn richtig um die Finger gelegt werden. Dann beginnt das eigentliche Fingerstricken, wobei die Vorgehensweise immer gleich bleibt und solange wiederholt wird, bis das Strickwerk die gewünschte Länge erreicht hat. Was die Materialien angeht, so werden für das Fingerstricken lediglich Garn, die Hände und am Ende eine Schere benötigt. 

 

1. Der Anfang

Beim Stricken mit Stricknadeln wird als erstes eine sogenannte Anschlagsreihe gearbeitet. Das bedeutet, dass die Maschen, die für die Strickarbeit benötigt werden, angeschlagen und so auf die Stricknadel aufgenommen werden. Diese Maschen werden dann Reihe für Reihe oder Runde für Runde gestrickt. Auch das Fingerstricken beginnt mit einer Art Anschlagsreihe. Sie geht so:

·         Das Ende des Garns wird zu einer Schlaufe gebunden. Diese Schlaufe wird um den Daumen der linken Hand gelegt. (Möglich ist auch, auf die Schlaufe zu verzichten und das Ende des Garns stattdessen lose zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger abzulegen. Die Schlaufe macht es aber leichter, denn sie verhindert, dass das Garn verrutscht und sich alles wieder auflöst. Linkshänder können die Schlaufe um den Daumen der rechten Hand legen, alles andere bleibt gleich.) 

·         Nun wird das Garn im Slalom um die Finger geflochten. Das bedeutet, das Garn wird hinter dem Zeigefinger, vor dem Mittelfinger, hinter dem Ringfinger und vor dem kleinen Finger auf die andere Seite der Handfläche geführt.

·         Am kleinen Finger angekommen, geht es zurück in Richtung Schlaufe. Auch hier verläuft das Garn wieder im Slalom um die Finger, dieses Mal aber entgegengesetzt. Das heißt, das Garn wird um den kleinen Finger gelegt und anschließend vor dem Ringfinger, hinter dem Mittelfinger und vor dem Zeigefinger nach links geführt. Dann wird das Garn zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger abgelegt.

Die Schlaufen, die jetzt die Finger umschließen, sind die Maschen, die gestrickt werden.

 

2. Das Stricken

Damit die Maschen gestrickt werden können, wird das Garn jetzt einmal um die Hand herum geführt. Das Garn liegt ja zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger. Von hier aus wird das Garn also hinten an allen Fingern vorbei bis zum kleinen Finger und dann vorne über alle Finger hinweg geführt, bis es wieder zwischen dem Daumen und dem Zeigefinger ankommt. Hier bleibt das Garn lose hängen. 

Auf der Handinnenfläche sind nun die Schlaufen um die Finger und das lose Garn zu sehen. Jetzt wird die Schlaufe um den kleinen Finger mit der anderen Hand genommen, nach oben über das lose Garn hinweg gezogen und über die Fingerspitze gestülpt. Dadurch bildet das Garn, das eben noch lose über der Schlaufe verlief, jetzt die neue Schlaufe auf dem kleinen Finger. Dies wird nun bei den anderen Fingern wiederholt.

Es wird also immer die Schlaufe, die um den jeweiligen Finger geflochten ist, nach oben über das lose Garn hinweg über die Fingerkuppe gezogen. Sind alle Schlaufen vom kleinen Finger bis zum Zeigefinger gestrickt, ist die erste Reihe fertig.

Für die zweite und alle folgenden Reihen wird die Prozedur wiederholt. Das heißt: Das Garn wird einmal im Uhrzeigersinn um alle Finger gelegt. Anschließend werden die Schlaufen, die auf den Fingern liegen, nacheinander über das lose Garn hinweg über die Fingerkuppen gestülpt. Gestrickt wird dabei immer von rechts nach links, also vom kleinen Finger zum Zeigefinger. (Linkshänder arbeiten entsprechend andersherum von links nach rechts.)

Nach ein paar Runden kann die Hilfsschlaufe vom Daumen abgezogen werden. Wird leicht daran gezogen, entwirrt sich das Strickwerk und das Muster wird erkennbar. So wird nun weitergearbeitet, bis die Arbeit die gewünschte Länge erreicht hat.

 

3. Der Abschluss

Damit sich die gestrickten Maschen nicht wieder lösen, muss die Strickarbeit mit Knoten gesichert werden. Dazu wird das Garn zunächst großzügig abgeschnitten. Dann wird das Ende des Garns von oben, also von der Fingerspitze in Richtung Handfläche, durch die Schlaufe am kleinen Finger gefädelt. Dabei gleitet diese Schlaufe vom Finger.

Dies wird mit den Schlaufen vom Ringfinger, vom Mittelfinger und vom Zeigefinger wiederholt. Zum Schluss wird alles fest zusammengezogen und mit einem zusätzlichen Knoten fixiert. Das entstandene Strickwerk kann nun wie gewünscht verwendet oder weiterverarbeitet werden.

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