Anleitung – Flechtoptik nähen mittels Canadian Smocking

Anleitung – Flechtoptik nähen mittels Canadian Smocking 

 

Geflochtenes sieht sehr ansprechend aus und ist deshalb in vielen Bereichen ein beliebtes Muster. Nun muss es aber nicht immer ein Flechtwerk im herkömmlichen Sinne sein, bei dem mehrere Stränge miteinander verflochten werden.

Mit der entsprechenden Technik können beispielsweise Zöpfe gestrickt werden, um auf diese Weise Pullover, Mützen, Schals oder Socken zu gestalten. Außerdem ist es möglich, ein Flechtwerk zu nähen.

Dies erfolgt mit einer Technik namens Canadian Smocking. Hierbei wird der Stoff so zusammengezogen, dass die Raffungen wie geflochten aussehen. Das Canadian Smocking ist zugegebenermaßen recht aufwendig und erfordert neben einer sorgfältigen Arbeitsweise auch eine gehörige Portion Geduld.

Dies liegt daran, dass viele Punkte und Linien vorgezeichnet werden und später von Hand genäht werden muss. In der Theorie klingt die Vorgehensweise zudem recht kompliziert. Ist das Prinzip aber einmal verstanden, ergibt sich die Reihenfolge beim Nähen ganz automatisch. Und der Aufwand lohnt sich, denn das Ergebnis entschädigt für die Mühen!

 

Genähte Flechtoptik – die benötigten Materialien

·         Stoff; durch das Smocken verkleinert sich der Stoff ungefähr um die Hälfte. Das Stoffstück, das gesmockt wird, sollte also doppelt so groß sein wie das Stoffstück, das später für die Näharbeit benötigt wird.

·         Papier, Bleistift, Lineal und eine Stricknadel, ein Kugelschreiber oder ein ähnlicher Gegenstand für die Schablone

·         Schneiderkreide oder Trickmarker

·         Nadel und Faden sowie Stecknadeln

 

Flechtoptik nähen mittels Canadian Smocking – so geht’s

1. Schritt: die Schablone anfertigen

Als erstes wird eine Schablone angefertigt. Hierfür wird zunächst ein etwa 3cm breiter Rand eingezeichnet. In diesem Bereich wird das Stoffstück später nicht gesmockt. Auf der übrigen Fläche wird ein Raster aus gleichgroßen Quadraten angelegt. Wie groß die Quadrate gewählt werden, hängt von der gewünschten Flechtoptik ab.

Je kleiner die Quadrate sind, desto kleiner sieht auch das genähte Flechtwerk aus, während größere Quadrate für eine größere Flechtoptik sorgen. Bei Kissenhüllen, Handtaschen und ähnlichen Näharbeiten empfehlen sich etwa 4 x 4cm große Quadrate.

An den Ecken der Quadrate werden nun Punkte markiert. Dazu werden mit einer Stricknadel, der Spitze eines Kugelschreibers oder einem ähnlichen Gegenstand Löcher eingestochen. Anschließend werden Diagonalen in die Quadrate eingezeichnet. An diesen Diagonalen wird der Stoff später zusammengezogen. In der ersten senkrechten Reihe werden die Diagonalen in das erste, das dritte, das fünfte und alle weiteren ungeraden Quadrate eingezeichnet.

Die Diagonalen verlaufen dabei von links oben nach rechts unten. In der zweiten senkrechten Reihe werden die Diagonalen versetzt dazu und somit in das zweite, das vierte, das sechste und alle weiteren geraden Quadrate eingezeichnet. Hier verlaufen die Diagonalen von links unten nach rechts oben. Nach diesem Schema werden die Diagonalen auch in den übrigen senkrechten Reihen markiert.

Die fertige Schablone sieht dann in etwa so aus:

[Grafik-Anleitung Schablone]

 

2. Schritt: die Punkte und Linien auf den Stoff übertragen

Nun müssen die Punkte und Linien von der Schablone auf den Stoff übertragen werden. Dazu wird der Stoff mit der Rückseite nach oben ausgebreitet. Die Schablone wird dann aufgelegt und am besten mit Stecknadeln fixiert, damit sie nicht verrutschen kann. Mit Schneiderkreide oder einem Trickmarker werden jetzt zuerst die Punkte auf dem Stoff markiert.

Sind alle Punkte übertragen, wird die Schablone abgenommen. Danach werden die jeweiligen Punkte mit diagonalen Linien miteinander verbunden, so wie die Diagonalen auf der Schablone.

Ist die Schablone kleiner als das Stoffstück, wird sie immer wieder neu angelegt. Wichtig beim Einzeichnen der Punkte und Linien ist aber, sorgfältig zu arbeiten. Zum einen wird das Nähen dadurch später einfacher und zum anderen ist so ein gleichmäßiges Flechtmuster sichergestellt. 

 

3. Schritt: die erste Reihe smocken

Nachdem die Vorarbeit erledigt ist, kann das eigentliche Nähen beginnen. Dazu wird der Faden auf die Nadel aufgefädelt und am Ende verknotet. Dann wird die Nadel in die rechte untere Ecke des ersten Quadrates eingestochen und mit einem Rückstich gesichert.

(In der Grafik ist die Einstichstelle mit 1 gekennzeichnet.)

Als nächstes wird der Faden an der Diagonale entlang zur linken oberen Ecke des Quadrats geführt und die Nadel hier eingestochen.

(In der Grafik ist dies bei 2.)

Nun wird der Faden von hier aus in Richtung der ersten Einstichstelle gezogen. (Von Punkt 2 zu Punkt 1; der Pfeil in der Grafik markiert die Zugrichtung.) Die zweite Einstichstelle legt sich dadurch auf die erste Einstichstelle. Die Nadel wird nun noch einmal durch die erste Einstichstelle gestochen und der Faden mit einem weiteren Rückstich gesichert.

Danach geht es geht es in der linken unteren Ecke des zweiten Quadrats in der zweiten senkrechten Reihe weiter. (In der Grafik ist dieser Punkt mit 3 gekennzeichnet.)

Hier wird die Nadel eingestochen und mit einem Rückstich gesichert. Dann wandert die Nadel hoch zur rechten oberen Ecke dieses Quadrats. Dort wird die Nadel eingestochen, der Faden angezogen, die Nadel erneut in die dritte Einstichstelle eingestochen und wieder mit einem Rückstich gesichert. (Wie in der Grafik dargestellt, wird der Faden also bei 3 eingestochen, dann bei 4 eingestochen, Punkt 4 zu Punkt 3 gezogen und der Faden bei 3 gesichert.)

Nach diesem Schema geht es nun immer weiter, bis das untere Ende des Stoffes erreicht ist. Die erste Reihe ist damit fertig und auf der Vorderseite lässt sich die Flechtoptik bereits erkennen. Auf der Rückseite hingegen ergeben die Fäden, die die Einstichstellen miteinander verbinden und nicht gespannt sind, eine Zickzacklinie. 

 

4. Schritt: das gesamte Stoffstück smocken und weiterverarbeiten

Genauso wie die erste Reihe werden nun auch alle weiteren Reihen gesmockt. Gearbeitet wird dabei immer von oben nach unten. Zum Schluss werden dann noch die Ränder des Stoffstücks in gleichmäßige Falten gelegt.

Die Falten können entweder mit Stecknadeln fixiert oder mit ein paar Stichen gesichert werden. Das Stoffstück mit der sehr dekorativen Flechtoptik auf der Vorderseite kann nun wie gewünscht weiterverarbeitet werden, beispielsweise zu einer hübschen Kissenhülle oder einer chicen Tasche.

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