Kumihimo-Bänder knüpfen – so geht’s

Kumihimo-Bänder knüpfen – so geht’s

Kumihimo ist eine Knüpftechnik aus Japan, mit der sich tolle Bänder knüpfen lassen. Die Bänder können anschließend als Freundschaftsbändchen, Schnürsenkel, Brillenband, Kordel für Kapuzenpullover, Schlüsselanhänger und viele andere Zwecke genutzt werden. Und wie Kumihimo-Bänder geknüpft werden, erklären wir in dieser Anleitung!

Kumihimo-Bänder knüpfen - so geht's

Die Materialien für Kumihimo-Bänder

Die Knüpftechnik Kumihimo ist vor über 1.000 Jahren in Japan entstanden. Schon der Name beschreibt gut, worum es geht. Denn „Kumi“ bedeutet übersetzt soviel wie „flechten“ und „Himo“ steht für „Seil“.

Das wichtigste Hilfsmittel für die Flechtkunst ist eine Scheibe, die rund oder eckig sein kann. Eine runde Scheibe kommt für runde Bänder zum Einsatz, mit einer eckigen Scheiben entstehen flache Bänder. Am Rand der Scheibe befinden sich kleine Schlitze, die die Fäden festhalten.

Für eine bessere Übersicht und einen leichteren Einstieg sind die Schlitze oft nummeriert. Zur besseren Orientierung gibt es manchmal auch vier Punkte, die oben, unten, rechts und links markieren.

In der Mitte hat die Scheibe ein Loch. Ähnlich wie bei der Strickliesel kommt aus diesem Loch das Band heraus.

Scheiben für Kumihimo-Bänder sind im Bastelbedarf erhältlich. Sie bestehen meist aus Schaumstoff. Eine Scheibe kostet um die 5 Euro, für ein paar Euro mehr gibt es Sets mit mehreren Scheiben. Wer die Technik einmal ausprobieren möchte, kann die Scheibe aber auch selbst basteln. Wie das geht, erklären wir gleich.

Traditionell werden Kumihimo-Bänder aus einem sogenannten Impostorgarn geflochten. Herkömmliches Garn, das fürs Häkeln, Stricken oder Sticken verwendet wird, funktioniert aber natürlich ebenso.

Je dicker das Garn ist, desto dicker wird auch das Band. Gerade kürzere Bänder wie zum Beispiel Freundschaftsbändchen sind zudem eine prima Möglichkeit, um Garnreste aufzubrauchen.

Für ein Band werden also benötigt:

  • Scheibe

  • Garn in einer oder mehreren Farben

  • Schere

Eine Kumihimo-Scheibe basteln

Es ist nicht notwendig, gleich eine oder mehrere Scheiben zu kaufen, um die Knüpftechnik auszuprobieren. Eine selbst gebastelte Scheibe erfüllt den gleichen Zweck. Wer von anderen Bastelprojekten noch dickere, feste Platten aus Schaumstoff oder Moosgummi übrig hat, kann sie verarbeiten.

Ansonsten eignet sich feste Pappe gut. Die Scheibe entsteht dann so:

  • Zuerst mit dem Zirkel oder einem runden Gegenstand als Schablone einen Kreis auf die Pappe zeichnen.

  • Dann den Kreis ausschneiden.

  • Nun die Scheibe in 32 Abschnitte aufteilen. Die Abschnitte sollten zwar gleichmäßig sein. Aber es ist nicht notwendig, alles präzise auszumessen. Es kommt nicht auf den Millimeter an.

  • Danach die markierten Abschnitte nummerieren und jeweils etwas einschneiden. Dabei die Kerben ruhig etwas breiter arbeiten, damit das Band an der Pappe nicht aufscheuert.

  • Zum Schluss in der Mitte der Scheibe einen kleinen Kreis aufzeichnen und ebenfalls ausschneiden.

32 Abschnitte sind die traditionelle Einteilung einer Kumihimo-Scheibe. Denn es gibt aufwändige Muster, bei denen mit bis zu 32 Fäden gearbeitet wird. Wer erst einmal mit einfacheren Flechtmustern startet, kann es aber auch bei 8, 12, oder 24 Kerben belassen.

Kumihimo-Bänder knüpfen – so geht’s

Für Kumihimo-Bänder gibt es unzählige Muster. Sie ergeben sich daraus, wie viele Fäden verflochten werden, welche Farben die Fäden haben und wie die Fäden zu Beginn angeordnet sind. Wir erklären die Knüpftechnik für ein zweifarbiges Spiralmuster.

Wer möchte, kann aber auch nur mit einer oder mit mehr Farben arbeiten. Ebenso kann er die Fäden in einer anderen Farbreihenfolge auf der Scheibe verteilen. Obwohl die Vorgehensweise beim Knüpfen gleich bleibt, bekommt das Band dadurch bereits ein anderes Muster.

Für unser Band brauchen wir acht Fäden. Die Fäden sollten ungefähr dreimal so lang sein wie das fertige Band. Soll zum Beispiel ein etwa 20 cm langes Freundschaftsband geknüpft werden, müssen die einzelnen Fäden also rund 60 cm lang sein.

Die acht Fäden werden an einem Ende zusammengeknotet. Dazu genügt ein ganz normaler, einfacher Knoten. Wer jeweils zwei Fäden in einer Farbe hat, kann die Fäden aber auch doppelt so lang zuschneiden, in der Mitte zusammennehmen und dann verknoten.

Nun werden die Fäden auf der Scheibe verteilt. Dafür die Fäden mit dem Knoten nach vorne in die Mitte der Scheibe legen. Anschließend die Fäden so in die Kerben einlegen, dass sich oben, unten, rechts und links jeweils zwei Fäden gegenüberliegen.

Zum besseren Verständnis arbeiten wir mit vier blauen und vier roten Fäden. Die blauen Fäden positionieren wir oben in den Kerben 32 und 1, unten in den Kerben 16 und 17. Die roten Fäden ordnen wir rechts und links in den Positionen 8 und 9 sowie 24 und 25 an.

Dann beginnt das Flechten. Dazu nehmen Rechtshänder die Scheibe in die linke Hand, damit sie die Fäden mit der rechten Hand versetzen können. Linkshänder machen es umgekehrt.

Die Vorgehensweise ist nun immer gleich:

  • Der Faden rechts oben wandert nach rechts unten neben die beiden anderen Fäden.

  • Der Faden links unten wird nach links oben gelegt.

In unserem Beispiel geht somit der blaue Faden von der 1 in die 15 und der blaue Faden von der 17 in die 31.

Nach einem Flechtschritt liegen oben und unten wieder jeweils zwei Fäden nebeneinander. Dann wird die Scheibe um 90 Grad gegen den Uhrzeigersinn gedreht. Dadurch zeigen nun die roten Fäden nach oben und unten. Nun den Ablauf wiederholen, also wieder den Faden von rechts oben nach rechts unten und von links unten nach links oben legen.

Damit es klarer wird, hier das Ganze noch einmal als Grafik:

[Kumihimo-Bänder]

Kumihimo-Bänder

Auf diese Weise nun weitermachen, bis das Band die gewünschte Länge erreicht hat. Die Scheibe also nach jedem Schritt um ein Viertel gegen den Uhrzeigersinn drehen und die Fäden versetzen. Zwischendurch das Band immer mal wieder etwas nach unten ziehen, damit es schön gleichmäßig wird.

Zum Schluss die Fäden von der Scheibe nehmen und wieder mit einem Knoten sichern. Damit ist das Band fertig!

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Hallo, ich bin Jenny Evers, 1980 geboren und schreibe hier mit Ferya Gülcan (Betreiberin und Redakteurin dieser Webseite), sowie Sevil Kur (Youtube Kanal Sevilart), diverse Anleitungen und Ratgeber zum Thema Flechten. Viel Erfahrung sammelte ich durch die Mitarbeit viele Jahre in einem Bastelladen, zudem ist das Thema DIY - Do It yourself ein ewiges präsentes Thema bei mir. Durch meine Freundin ( Frisörmeisterin) habe ich ab und an auch Frisuren zum Thema.

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