Korbflechter

Korbflechter 

 

Das Flechten gehört zu den ältesten Handwerken überhaupt und so ist es wenig verwunderlich, dass es einen eigenen Berufsstand gibt, der sich mit dem Herstellen von Korbwaren aller Art beschäftigt.

Mittlerweile heißt die Berufsbezeichnung allerdings nicht mehr Korbflechter oder Korbmacher, sondern Flechtwerkgestalter und die einzige Schule in Deutschland, an der eine Ausbildung möglich ist, ist die Staatliche Berufsfachschule für Korbflechterei in Lichtenfels.

Besteht der angehende Korbflechter den Aufnahmetest, erstreckt sich die Ausbildung über einen Zeitraum von drei Jahren und neben dem Erlernen von Feinflechtarbeiten, geschlagenen Arbeiten und dem Korbmöbelbau stehen Unterrichtsfächer wie Holz- und Metallverarbeitung, Gestaltung, Fachrechnen oder Fach- und Materialkunde auf dem Stundenplan. Während die traditionelle Ausbildung in erster Linie das Handwerk selbst zum Schwerpunkt hatte, beinhaltet die moderne Ausbildung auch die zeitgemäße Gestaltung und das Erstellen von eigenen Entwürfen am Computer.

 

Ihr Ende findet die Ausbildung in der Gesellenprüfung, aber wie im Handwerk üblich, ist eine Weiterbildung bis hin zum Meister möglich. Ebenso vielfältig wie die für das Flechten verwendeten Materialien so vielseitig sind auch die Gegenstände, die ein Korbflechter herstellt.

Aus Materialien wie beispielsweise Weide, Rattan, Peddigrohr, Binsen und teils auch Kunststoffgeflecht entstehen Körbe in allen Größen und Formen, Gebrauchsgegenstände, Möbel und andere schöne Dinge für den Innen- und den Außenbereich. Kunstvolle Korb- und Flechtwaren erfordern zweifelsohne Übung, Erfahrung, handwerkliches Geschick und auch Geduld, eher schlichte Korbwaren kann man aber auch selbst anfertigen.

Um das Korbflechten selbst auszuprobieren, kann beispielsweise ein einfacher Untersetzer aus Weide geflochten werden. Dazu werden zunächst acht gleichlange Stränge der Weide abgeschnitten, die etwa acht Zentimeter länger sein müssen als der Durchmesser des späteren Untersetzers.

 

Die Anleitung

 

Wichtig ist, die Weide vor der Verarbeitung zu wässern und auch während der Arbeit hin und wieder zu befeuchten. Die acht Stränge werden nun zu einem Kreuz aus zwei mal vier Strängen gelegt, wobei wichtig ist, dass sich die Stränge genau in der Mitte kreuzen und möglichst im rechten Winkel zueinander legen. Nachdem ein langer Weidenstrang in die Mitte der Kreuzung geschoben ist, beginnt die eigentliche Anleitung für das Flechten.

 

Der lange Flechtstrang wird drei bis vier Runden lang immer reihum über und unter die Stränge geflochten, danach werden die Stränge geteilt und weitere drei bis vier Runden lang umflochten. Nun wird ein zusätzlicher Strang direkt vor dem Flechtstrang in das Geflecht gesteckt und die Stränge ein letztes Mal geteilt.

In den folgenden Runden wird also jeder Strang einzeln umflochten bis der Untersetzer groß genug ist. Der Rand wird gearbeitet, indem die überstehenden Stränge, die hierfür allerdings gut feucht sein müssen, zu einer Seite gebogen und in das Geflecht unmittelbar vor dem nächsten Strang geschoben werden.

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