Anleitung für einen Makramee-Wandbehang

Anleitung für einen Makramee-Wandbehang 

Es müssen nicht immer Bilder und Gemälde sein! Ein Makramee-Wandbehang vereint nostalgischen Chic mit modernem Stil. Und wie ein solcher Wandbehang entsteht, erklärt diese Anleitung.

Er war bereits in den 1970er-Jahren angesagt und feiert nun sein großes Comeback: der Makramee-Wandbehang. Anders als früher wird der Wandschmuck in seiner modernen Variante aber in hellen Farben gestaltet und wirkt dadurch leichter. An der Knüpftechnik hingegen hat sich nichts geändert.

Und auch wenn es natürlich unterschiedliche Knoten gibt, die überaus aufwändige und kunstvolle Makramee-Arbeiten entstehen lassen, reicht im Prinzip ein einziger Knoten aus, um tolle Wandbehänge für die eigenen Räume zu gestalten. Der Materialaufwand hält sich in sehr überschaubaren Grenzen und die Technik ist schnell erlernt.

Hier also die Anleitung für einen stylishen Makramee-Wandbehang!:

 

Die Materialien für einen Makramee-Wandbehang

  • ·         Rundholzstab, Ast oder Metallstange als Träger
  • ·         Seil, Schnur, Band oder dickeres Garn (z.B. T-Shirt-Garn)

 

Die Anleitung für einen Makramee-Wandbehang

Beim Makramee gibt es verschiedene Knoten, die unterschiedliche Muster entstehen lassen. Aber es müssen gar nicht unbedingt verschiedene Knoten sein. Stattdessen genügt ein einziger und zudem recht einfacher Knoten, um einen sehr dekorativen Wandbehang zu knüpfen.

Dieser eine Knoten wird dabei fortlaufend wiederholt. Interessante Strukturen entstehen dann dadurch, dass unterschiedliche Stränge miteinander verknotet werden. Und keine Sorge: In der Praxis ist es viel einfacher, als es in der Theorie klingt. Wenn die ersten paar Knoten geknüpft sind, klappt die Technik wie am Schnürchen. Hier nun aber die genaue Anleitung ganz ausführlich: 

 

Die Vorbereitungen

Zunächst einmal gilt es zu überlegen, wie lang der fertige Wandteppich sein soll. Diese Länge wird mit 5 multipliziert. Damit ist die benötigte Länge für die einzelnen Seile vorhanden. Soll der Wandteppich beispielsweise einen Meter lang sein, werden also fünf Meter lange Seile zugeschnitten.

Nun wird das erste Seil genommen und einmal in der Mitte zusammengeklappt. Dann wird das Seil mit dem geschlossenen Ende nach oben von hinten nach vorne über den Stab gelegt. Anschließend werden die beiden losen Enden durch die Schlaufe geholt und nach vorne festgezogen.

Damit ist das erste Seil am Stab befestigt. Dies wird nun mit den übrigen Seilen wiederholt, bis die gewünschte Breite erreicht ist. Wichtig ist aber, dass die Anzahl der Seile gerade ist, denn für einen Knoten werden immer zwei Seile benötigt. 

 

Der Knoten

Sind die Stränge vorbereitet, beginnt das Knüpfen. Dabei wird bei einem Knoten immer mit den vier Strängen von den beiden benachbarten Seilen gearbeitet, wobei die beiden äußeren Stränge jeweils über die beiden mittleren Stränge geknüpft werden.

Und jeder Knoten besteht aus zwei Schritten:

 

1. Teil des Knotens

·         In der Ausgangsposition liegen vier Stränge nebeneinander.

·         Nun wird der linke Strang zu einer Schlaufe geformt. Dann wird der Strang über die beiden mittleren Stränge hinweg und unter dem rechten Strang nach rechts gelegt.

·         Jetzt wird der rechte Strang auf die Rückseite geführt, hinter den beiden mittleren Strängen nach links gelegt und durch die Schlaufe auf der linken Seite nach vorne geholt.

·         Dann wird gleichmäßig am rechten und am linken Strang gezogen. Dadurch zieht sich der Knoten zusammen.

[Foto Knoten 1]

Knoten

2. Teil des Knotens

·         Der zweite Teil des Knotens wird im Prinzip genauso geknüpft wie der erste Teil, nur wird jetzt gegengleich gearbeitet. Die vier Stränge liegen also zunächst wieder nebeneinander.

·         Nun wird der rechte Strang zu einer Schlaufe geformt. Dann wird dieser Strang über die beiden mittleren Stränge und unter dem linken Strang nach links gelegt.

·         Dann wird der linke Strang auf die Rückseite geführt, hinter den beiden mittleren Strängen nach rechts gelegt und durch die Schlaufe auf der rechten Seite nach vorne geholt.

·         Jetzt wird wieder gleichmäßig an den beiden Außensträngen gezogen, um den Knoten zusammenzuziehen

·         Damit ist der Knoten fertig.

[Foto Knoten 2]

Knoten flechten

 

Den Makramee-Wandbehang knüpfen

Für den Wandbehang wird der oben beschriebene Knoten fortlaufend wiederholt. Würden alle Knoten immer nur mit denselben Strängen geknüpft, würden die Stränge aber lose nebeneinander hängen. Um Verbindungen zu schaffen, werden die Stränge deshalb immer mal wieder gewechselt.

Dafür werden die Stränge von zwei anderen Nachbarseilen genommen und mit einem oder mehreren Knoten verknüpft. Wurden beispielsweise zu Beginn die Stränge vom ersten und vom zweiten Seil miteinander verknüpft, werden anschließend die Stränge vom zweiten und vom dritten Seil miteinander verknotet. Die Stränge vom ersten Seil bleiben einfach lose hängen.

Dann werden wieder die Stränge von zwei anderen Nachbarseilen zusammengenommen und miteinander verknotet. Ebenso ist möglich, die Seile ein Stück weit lose hängen zu lassen und die nächsten Knoten erst mit etwas Abstand zu den darüberliegenden Knoten zu knüpfen. Auf diese Weise entstehen dann auch verschiedene Muster.

Ist der Wandteppich fertig, wird ein langes Stück Seil als Aufhängung rechts und links am Stab befestigt. Und wer richtige Schnur verwendet hat, kann die unteren Enden der Schnüre mit einem Kamm aufkämmen. Dadurch lösen sich die Schnüre auf und es entstehen feine Fransen wie bei einem echten Teppich.

 

Übrigens:

Werden die Schlaufen nicht auf einem festen Stab, sondern auf einem Stück Schnur befestigt und wird die Knüpfarbeit in einem kleineren Format gearbeitet, eignet sie sich prima als Dekoration für beispielsweise Taschen oder Kissenhüllen. Und auch eine chice Halskette im angesagten Ethno-Look lässt sich auf diese Weise anfertigen…

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Thema: Anleitung für einen Makramee-Wandbehang

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Ein Gedanke zu „Anleitung für einen Makramee-Wandbehang“

  1. Bin durch Zufall auf diese Seite gestossen – an sich sehr nett, aber mehr Abbildungen wären besser als Erklärung mittels Worte – ein Bild sagt mehr als 1000 Worte 😉
    LG Eilico

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