Anleitung für einen originellen Hocker

Anleitung für einen originellen Hocker 

Für Autofahrer stellt sich regelmäßig die Frage, was mit den alten Autoreifen passieren soll. Eine Möglichkeit ist natürlich, die Reifen von der Werkstatt oder dem Reifenhändler entsorgen zu lassen. Doch aus den alten Reifen lassen sich genauso gut auch originelle Hocker anfertigen.

Zusammen mit Sisalseil entsteht so im Handumdrehen ein Möbelstück, das an die traditionellen asiatischen Seilhocker erinnert und dadurch Urlaubsstimmung in die eigenen vier Wände holt.

 Und wie ein solcher Hocker, der übrigens prima auch als Beistelltisch genutzt werden kann,
gebaut wird, verrät die folgende Anleitung:

 

Die Materialien für den Hocker

  • ·         1 alter Autoreifen
  • ·         2 MDF-Platten, etwa 70 x 70 cm groß und 12 mm stark
  • ·         etwa 100 Meter Sisalseil
  • ·         16 Senkkopf-Holzschrauben, 4 x 35 mm
  • ·         2 kleine Nägel
  • ·         Heißkleber
  • ·         Klarlack
  • ·         Latex-Wandfarbe und Malerkrepp nach Wunsch
  • ·         Wasser, Spülmittel oder Essigreiniger und Lappen zum Reinigen des Reifens

Als Werkzeuge werden der Akku-Schrauber, die Stichsäge, die Heißklebepistole, der Hammer und etwas Schleifpapier benötigt. Außerdem kommen ein Maßband, ein Bleistift und ein Pinsel zum Einsatz.

 

Die Anleitung für einen originellen Hocker

1. Schritt: den Reifen vorbereiten

Als erstes sollte der Reifen gründlich gereinigt werden. Dazu wird eine Lösung aus warmem Wasser und Spülmittel oder Essigreiniger angemischt. Mit dieser Lösung und einem Lappen oder einem Schwamm lässt sich der Reifen nun prima von Staub und Schmutz befreien.

 

2. Schritt: die Holzplatten zuschneiden

Während der frisch gewaschene Reifen trocknet, können schon die beiden MDF-Platten zugeschnitten werden. Die beiden Platten ergeben den Deckel und den Boden des Hockers. Um das benötigte Maß zu ermitteln, wird als erstes der Durchmesser des Reifens ausgemessen. Anschließend wird ein kleiner Nagel genau in die Mitte einer MDF-Platte eingeschlagen. An diesem Nagel wird dann ein Stück Schnur befestigt.

Vom Nagel aus wird nun der halbe Reifendurchmesser abgemessen und an dieser Stelle der Bleistift an die Schnur gebunden. Mit gespannter Schnur kann dann der Bleistift wie ein Zirkel einmal um den Nagel herum geführt werden. Im Ergebnis sollte ein Kreis im Durchmesser des Reifens entstehen. Mit der Stichsäge wird dieser Kreis nun ausgeschnitten. Das Ganze wird dann mit der zweiten MDF-Platte wiederholt.

 

3. Schritt: den Hocker zusammenbauen

Die zugeschnittenen MDF-Platten sollten an den Schnittkanten mit etwas Schleifpapier geglättet werden. Anschließend können sie auf den Reifen montiert werden. Dazu wird ein Holzkreis auf die Oberseite des Reifens gelegt. Anschließend werden gleichmäßig verteilt acht Löcher in den Holzkreis gebohrt.

Mithilfe von acht Schrauben werden der Holzkreis und der Reifen dann miteinander verbunden. Das Vorbohren der Schraublöcher verhindert, dass das Holz reißt. Nun wird der Reifen umgedreht und der zweite Holzkreis auf der Unterseite montiert. Der Korpus des Hockers ist damit fertig.

 

4. Schritt: den Hocker mit Seil verkleiden

Nun bekommt der Hocker seine Verkleidung aus Seil. Dabei wird ein Ende des Seils mit einem kleinen Nagel in der Mitte der MDF-Platte fixiert. Um diesen Mittelpunkt herum wird dann satt Heißkleber aufgetragen und das Seil schneckenförmig um den Mittelpunkt gewickelt. Anschließend wird wieder Heißkleber aufgebracht und das Seil weiter in Runden auf der Holzplatte verlegt. Damit das Seil sicher hält, sollte der Heißkleber aber großzügig aufgetragen werden. Zudem sollte das Seil möglichst eng nebeneinander verlaufen. So entsteht ein schönes und gleichmäßiges Bild.

Wenn der Rand der Holzplatte erreicht ist, wird auf die Kante satt Heißkleber aufgebracht und das Seil an der Plattenkante entlang festgeklebt. Danach wird auf den Reifen Heißkleber aufgetragen und das Seil hier weitergeführt. Wichtig ist aber, das Seil auf dem Übergang zwischen der Holzplatte und dem Reifen wirklich gut zu verkleben, denn durch die Kante könnte sich das Seil hier sonst ablösen.

Wenn das Seil in drei, vier Runden um den Reifen gewickelt ist, sollte der Reifen für das weitere Verkleiden umgedreht werden. Von unten nach oben lässt sich das Seil nämlich einfacher und gleichmäßiger anbringen als andersherum.

So wird nun weitergearbeitet, bis die zweite Holzplatte erreicht ist. Auch hier wird das Seil dann wieder schneckenförmig angebracht. Im Mittelpunkt der Holzplatte wird das Seilende schließlich mit einem Nagel fixiert.

 

5. Schritt: den Hocker lackieren

Nun wird der Hocker großzügig mit Klarlack bestrichen. Dabei sollte der Klarlack nicht nur auf die Oberfläche aufgetragen werden, sondern der Pinsel sollte auch in die Zwischenräume geführt werden. Auf diese Weise ist der Hocker überall mit einer Schicht versiegelt, die das Seil vor Verschmutzungen schützt. Der Klarlack muss dann trocknen.

Wer möchte, kann den Hocker jetzt noch farbig gestalten. Dazu können mit dem Malerkrepp Streifen oder Felder abgeklebt werden. Damit die Farbe nicht unter das Band läuft und zu unsauberen, ausgefransten Kanten führt, sollte das Klebeband in mehreren Runden angeklebt und gut angedrückt werden. Anschließend können die Felder zwischen den Klebebandstreifen mit Farbe im Wunschton gestrichen werden. Ist die Farbe trocken, wird das Kreppband abgezogen und damit ist der Hocker fertig!

 

Ideen für Abwandlungen des Hockers

Mit ein paar kleinen Änderungen kann aus dem Hocker ein Möbelstück mit einer komplett anderen Optik oder anderen Verwendungsmöglichkeiten werden.

Hier ein paar Ideen:

·         Die MDF-Platte auf der Oberseite kann nur lose aufgelegt werden. Dadurch kann das Reifeninnere als Stauraum für Kleinkran genutzt werden.

·         Eine MDF-Platte kann komplett weggelassen werden. Wird eine Decke oder ein Kissen in den Reifen gelegt, entsteht eine Kuschelhöhle für den Stubentiger, die durch das Seil auf der Außenseite zugleich ein Kratzbaum ist. Wird ein Beistelltischen oder ein Hocker benötigt, wird das gute Stück einfach umgedreht.

·         Wer etwas weicher sitzen möchte, kann nur eine MDF-Platte mit Seil verkleiden. Die andere MDF-Platte wird stattdessen mit Schaumstoff belegt und mit einem schönen Stoff bespannt. So kann der Hocker, je nachdem welche Seite oben ist, als bequeme Sitzgelegenheit oder als Beistelltischchen genutzt werden.

·         Wem ein Hocker komplett aus Seil zu viel des Guten ist, der kann nur die beiden Holzplatten mit Seil verkleiden. Der Reifen selbst kann gründlich gereinigt und mit Bootslack lackiert werden. Kostengünstiger als Bootslack ist ein Anstrich aus Acrylfarbe, der anschließend mit Klarlack versiegelt wird. Durch den farbigen Anstrich bleibt die Struktur des Reifens erhalten und zusammen mit den Flächen aus Seil entsteht ein Möbelstück im modernen Industriestil.   

Was die Verkleidung des Hockers angeht, gibt es natürlich ebenfalls Variationsmöglichkeiten. So kann statt Sisalseil eine andere Schnur verwendet werden. Möglich ist auch, Schnüre, Seile und Bänder aus verschiedenen Materialien und in unterschiedlichen Farben miteinander zu kombinieren. Und wer die Muße hat, kann sich sein Seil oder seine Kordel selbstverständlich selbst flechten.

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