Was du zum sicheren Umgang mit Seilen wissen solltest

Was du zum sicheren Umgang mit Seilen wissen solltest

Sie tragen, halten, verbinden oder verzieren. Dabei sind sie im Haushalt, im Garten, auf Reisen, beim Sport oder beim Basteln im Einsatz. Sie eignen sich zum Aufhängen einer Hängematte genauso wie zum Abschleppen eines Autos, zum Befestigen eines Bootes oder für eine schöne Blumenampel in Makramee-Technik. Die Rede ist von Seilen.

Was du zum sicheren Umgang mit Seilen wissen solltest

Doch so vielfältig du Seile nutzen kannst, so wichtig ist auch, dass du richtig mit ihnen umgehst. Denn ein Seil, das falsch ausgewählt, schlecht befestigt oder beschädigt ist, kann schnell zur großen Gefahr werden.

In diesem Beitrag zeigen wir dir die wichtigsten Punkte, die du für einen sicheren Umgang mit Seilen beachten solltest:

Geeignetes Material

Zunächst einmal ist wichtig, dass du dich für ein Material entscheidest, das zu deinem Vorhaben passt. Seile aus Naturfasern wie Hanf, Baumwolle, Jute oder Sisal eignen sich vor allem für dekorative Zwecke und für Anwendungen, bei denen sie keinen großen Belastungen standhalten müssen.

Die meisten Naturfaserseile sind biologisch abbaubar. Allerdings setzt Feuchtigkeit ihnen zu und sie können schimmeln.

Im Unterschied dazu sind Seile aus Kunstfasern wie Nylon, Polyester oder Polypropylen wesentlich belastbarer, langlebig und wetterfest. Während Nylonseile elastisch sind und sich deshalb gut für Anwendungen eignen, bei denen sie flexibel nachgeben sollten, punktet Polyester mit seiner UV-Beständigkeit.

Seile aus Polypropylen sind leicht und können sogar auf dem Wasser schwimmen.

Möchtest du mit einem Seil zum Beispiel eine Schaukel aufhängen oder es für deine Kletterausrüstung verwenden, solltest du unbedingt zu Kunstfaserseilen greifen, die von einer unabhängigen Stelle auf Sicherheit getestet wurden und ein entsprechendes Prüfsiegel haben.

Ausreichende Bruchlast

Jedes Seil hat eine sogenannte Bruchlast. Sie beziffert, mit wie viel Gewicht ein Seil maximal belastet werden kann, bevor es reißt. Wie hoch die Bruchlast ist, hängt davon ab, aus welchem Material das Seil besteht, welchen Durchmesser es hat und wie es geflochten ist.

Bei Anwendungen, bei denen es auf die Sicherheit ankommt, also zum Beispiel bei einer Kinderschaukel oder einer Hängematte, aber auch einer selbstgemachten Hundeleine oder einem Kletterseil, solltest du mit einem Faktor zwischen 5 und 10 rechnen.

Dieser Wert ergibt die sogenannte Arbeitslast. Das ist die Belastung, der das Seil ständig ausgesetzt ist.

Für die Arbeitslast teilst du die Bruchlast durch den Sicherheitsfaktor. Hat ein Seil zum Beispiel eine Bruchlast von 500 Kilogramm, sollte die alltägliche Belastung also bei 50 bis höchstens 100 Kilogramm liegen.

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Die Angaben zur Belastungsgrenze sind meist auf der Verpackung angegeben. Ansonsten kannst du auch beim Hersteller nachfragen. Und im Zweifel solltest du lieber ein stärkeres Seil nehmen.

Stabile Knoten

Letztlich ist ein Seil immer nur so sicher wie der Knoten, der es verbindet oder mit dem es befestigt ist. Der Knoten kann der Faktor sein, der der ganzen Konstruktion Stabilität verleiht.

Je nachdem, wofür du deine Seile nutzt, solltest du dir deshalb verschiedene Knoten aneignen und sie regelmäßig üben, damit du den passenden Knoten sicher knüpfen kannst, wenn du ihn brauchst.

Knoten wie der Palstek, der doppelte Spierenstich oder der Achterknoten sind sehr belastbar, halten zuverlässig und lassen sich auch unter Zug wieder lösen. Vorsichtiger solltest du bei Knoten sein, die sich fest zuziehen oder nicht mehr öffnen lassen.

Außerdem solltest du einen nicht benötigten Knoten lösen und eine geknotete Stelle regelmäßig kontrollieren. Denn mit der Zeit können die Fasern durch die Biegung und den Druck brüchig werden.

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Pflege und Kontrolle

Damit du möglichst lange etwas von deinen Seilen hast, solltest du sie richtig lagern. Bewahre deine Seile an einem Ort auf, der trocken, ausreichend belüftet und vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt ist.

Ob du die Seile locker zusammenlegst, in eine Kiste gibst oder auf eine Spule aufrollst, bleibt dir überlassen. Achte nur darauf, ein Seil niemals feucht wegzuräumen. Naturfaserseile kannst du hin und wieder mit Essigwasser behandeln, damit sich kein Schimmel bildet.

Außerdem solltest du die Seile regelmäßig kontrollieren:

  • Sind die Fasern irgendwo aufgeraut, hart oder beschädigt?
  • Gibt es Knicke oder Druckstellen, an denen das Seil brüchig wirkt, ausgedünnt ist oder sich auflöst?
  • Hat sich das Seil stellenweise verfärbt?
  • Riecht das Material unangenehm muffig?

Aufgeraute Stellen und Verfärbungen sprechen für Beschädigungen, während ein muffiger Geruch auf Schimmelbefall hindeutet. Deshalb solltest du sehr genau prüfen, ob du das Seil noch verwenden kannst.

Vermeidbare Fehler

Damit Seile zuverlässig ihren Zweck erfüllen können, solltest du die typischen Fehler vermeiden. Dazu gehört in erster Linie, das Material auf die Anwendung abzustimmen und die Belastungsgrenzen einzuhalten.

Andernfalls besteht die Gefahr, dass das Seil bei Belastung versagt und reißt. Auch die richtigen Knoten sind wichtig, damit sie stabil halten, ohne dass sie sich komplett festziehen und nicht mehr lösen lassen.

Neben der richtigen Lagerung solltest du zudem darauf achten, dass ein Seil nicht permanent über scharfe Kanten läuft. Denn dadurch reibt sich das Seil ab, wird immer dünner und reißt schließlich.

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Lässt sich ein Verlauf über Kanten nicht vermeiden, solltest du deshalb einen Kantenschutz anbringen.

Und: Bei sicherheitsrelevanten Anwendungen sind geprüfte, für diesen Zweck konzipierte Seile ein Muss. Das gilt zum Beispiel für die Kletterausrüstung, ein Bergungsseil oder ein Abschleppseil. Dünne Schnüre oder improvisierte Knoten haben hier nichts zu suchen, auch nicht als absolute Notlösung!

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Jenny Evers (Co-Autorin), Hobby Flechten & Weben, Youtuberin Sevilart, - ( Deko, Bastel, Flechtvideos), Ferya Gülcan, Künstlerin und Mitinhaberin Koozal Design Galerie (Internationales Kunsthandwerk & Malerei) schreiben diverse Anleitungen und Ratgeber zum Thema Flechten & Flechthandwerk.

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