Tau flechten

Tau flechten 

 

In der Seemannsprache fasst der Begriff Tau, oder genauer gesagt das Tauwerk, alle Seile zusammen, die aus Natur- oder Kunstfasern geschlagen oder geflochten sind. Eine besondere Gruppe der Taue stellt dabei das sogenannte Herkulestauwerk dar, das seinerseits aus der Kombination aus metallischen Werkstoffen und Fasertauen besteht.

Üblichweise spricht ein Seemann allerdings weniger von einem Tau als vielmehr von einem Ende, denn das Wort Tau wird eher als Bestandteil eines Wortes gebraucht, beispielsweise als Geitau, mit dem Segel gesetzt oder eingeholt werden. Früher wurde das Tau auch als Reep bezeichnet und hieraus leiteten sich wiederum Bezeichnungen wie Reeper oder Reepschläger als Berufsbezeichnungen für Hersteller von Tau oder auch die Reeperbahn als Fertigungsort für Taue ab.

Die Anleitung für das Flechten von Tauen unterscheidet sich zunächst danach, ob es sich um ein geschlagenes oder ein geflochtenes Tau handelt.

 

Die Anleitung

 

Ein geschlagenes Tau wird hergestellt, indem Stränge unter Spannung zusammengedreht werden. Die einzelnen Fäden werden rechtsherum gedreht und bilden die Garne. Die Garne wiederum werden linksherum verdreht und daraus entstehen die Kardeelen.

Üblicherweise werden dann drei oder vier solcher Kardeelen als abwechselnd links- und rechtsherum gedrehte Stränge zu einem geschlagenen Tau verarbeitet. Daneben kann man ein Tau flechten, das dann im Normalfall aus einem Mantel und einer Seele besteht.

Der Mantel besteht aus einem Flechtwerk aus beispielsweise 32 Garnen, die Seele besteht entweder ebenfalls aus einem geflochtenen oder einem geschlagenen Strang. Daneben gibt es das recht moderne Squareline-Tauwerk, das aus acht miteinander verflochtenen Kardeelen besteht. Von diesen acht Kardeelen sind jeweils vier rechts- und vier linksherum gedreht, was dazu führt, dass das Tau nach dem Flechten einen nahezu quadratischen Querschnitt aufweist.

 

Dies hat den Vorteil, dass das Tau zum einen sehr handlich und zum anderen extrem dehnbar ist. Ein einfaches Tau, das keinen allzu großen Belastungen ausgesetzt ist, könnte man darüber hinaus auch wie ein Scoubidou flechten. Dazu werden zwei lange Stränge so miteinander verknotet, dass das eine Seil senkrecht und das andere Seil waagerecht liegt.

Dann werden die Enden des senkrecht liegenden Seiles gerade von oben nach unten und von unten nach oben gelegt. Das Ende des waagerecht liegenden Seiles, das nach links zeigt, wird gerade auf die rechte Seite geführt, und zwar erst über und dann unter den senkrecht liegenden Seilen hindurch. Die andere Seite wird genauso geflochten, das rechte Ende des waagerechten Seiles also erst über und dann unter die senkrecht liegenden Seile gelegt.

Nach dem festen Zusammenziehen der Seile ist der erste Knoten geflochten und das weitere Seil wird mithilfe dieses Knotens bis zur gewünschten Länge gearbeitet.

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