Anleitung für einen Flechtrahmen

Anleitung für einen Flechtrahmen

So mancher wird den Flechtrahmen vielleicht noch aus seiner Schulzeit kennen, dort wurde er mitunter auch Schulwebrahmen genannt. Auch heute noch wird in Kindergärten und Schulen mit solchen Webrahmen gearbeitet. Findet der eigene Nachwuchs Gefallen an dieser Form der Handarbeit oder wird sie wiederentdeckt, ist es natürlich möglich, einen Webrahmen zu kaufen.

Erhältlich sind die Rahmen im Spielwarenhandel und im Bastelbedarf. Allerdings sind sie oft recht teuer. Dabei lässt sich ein Flechtrahmen recht einfach auch selbst bauen.

Die Größe der möglichen Arbeiten ist zwar begrenzt, aber um beispielsweise Taschen, Tischdeckchen, Platzsets, Kissenhüllen oder kleine Teppiche, dann aus mehreren Einzelteilen zusammengesetzt, anzufertigen, reicht der selbstgebaute Flechtrahmen allemal.

Materialliste für einen Flechtrahmen

  • ·         4 Holzleisten, 40 x 3 x 1,5cm
  • ·         1 Reststück von einer dünnen Holzplatte für die Flechtnadel
  • ·         2 Schrauben
  • ·         2 größere Nägel, Stifte oder Ähnliches zum Fixieren der unteren Leiste
  • ·         Nägel
  • ·         Säge, Bohrmaschine, Akku-Schrauber oder Schraubendreher, Hammer, Bleistift, Maßband. Schleifpapier

 

 

Anleitung für einen Flechtrahmen

1. Schritt: die Längsleisten vorbereiten

Der Flechtrahmen setzt sich aus zwei Längsleisten und zwei im rechten Winkel dazu angeordneten Querleisten zusammen. Grundsätzlich ist es möglich, beide Querleisten fest mit den Längsleisten zu verschrauben. Allerdings bringt dies den Nachteil mit sich, dass immer nur Arbeiten im gleichen Format angefertigt werden können oder bei kleineren Arbeiten recht lange Kettfäden übrigbleiben.

Deshalb wird die untere Querleiste nicht festgeschraubt, sondern später nur mit langen Nägeln, Stiften oder ähnlichen Hilfsmitteln fixiert. Damit die untere Querleiste versetzt werden kann, werden die Längsleisten mit Löchern ausgestattet. Dafür werden nun in zwei Holzleisten jeweils am oberen und am unteren Ende sowie verteilt über die Länge zwei bis drei Löcher in gleichmäßigem Abstand zueinander gebohrt.

2. Schritt: die Querleisten vorbereiten

Aus den beiden verbliebenen Holzleisten werden die Querleisten angefertigt. Beide Holzleisten erhalten als erstes an den Enden Löcher, über die sie später mit den Längsleisten verbunden werden. Anschließend werden die Querleisten mit Nägeln ausgestattet, um die später die Kettfäden gespannt werden. Je dichter die Kettfäden nebeneinander liegen, desto fester und stabiler wird das geflochtene Gewebe.

Nun würde das Holz aber vermutlich reißen, wenn die Nägel dicht an dicht platziert werden würden. Aus diesem Grund werden die Nägel in zwei Reihen hintereinander und jeweils versetzt zueinander angeordnet. Die Abstände zwischen den einzelnen Nägeln betragen dabei 1cm. Die Positionen der Nägel werden nun also angezeichnet, anschließend werden die Nägel eingeschlagen.

3. Schritt: den Flechtrahmen zusammenbauen

Sind die beiden Querleisten fertig, ist das Schlimmste schon überstanden und der Flechtrahmen kann nun zusammengebaut werden. Dafür werden die beiden Längsleisten nebeneinander hingelegt. Dann wird eine Querleiste so am oberen Ende platziert, dass die Hölzer bündig miteinander abschließen und die Löcher übereinanderliegen.

Mithilfe von ausreichend langen Schrauben werden die drei Hölzer dann verschraubt. Die zweite Querleiste wird in der gewünschten Höhe auf die Längsleisten gelegt und festgesteckt.

Grafik Anleitung:

[Anleitung zum Flechtrahmen bauen]

4. Schritt: die Flechtnadel anfertigen

Nun fehlt noch die Flechtnadel, an der später der Faden befestigt und mit deren Hilfe er zwischen den Kettfäden hindurch geflochten wird.

Für die Flechtnadel wird aus der dünnen Holzplatte ein Holzstreifen ausgesägt. Eine Seite dieses Streifens wird dabei entweder abgerundet oder spitz gearbeitet. In das andere Ende werden zwei Löcher gebohrt, sie dienen zum Einfädeln des Fadens. Wir lang und breit die Flechtnadel angefertigt wird, bleibt dem eigenen Geschmack überlassen.

Wichtig ist lediglich, dass die Flechtnadel bequem gehalten und gut zwischen den Kettfäden hindurchgeführt werden kann. Um sich nicht zu verletzen und das Gewebe nicht zu beschädigen, werden die Kanten der Flechtnadel glattgeschliffen.

5. Schritt: den Flechtrahmen bespannen und flechten

Nachdem Flechtrahmen und Flechtnadel fertig sind, kann das erste Arbeitsstück angefertigt werden. Als erstes werden dafür die Kettfäden gespannt. Dazu wird das Ende des Fadens auf einer Seite ein paar Mal um eine Querleiste gewickelt, um sicherzustellen, dass sich die Bespannung nicht wieder lösen kann.

Dann wird der Faden um den ersten Nagel auf dieser Querleiste geführt, anschließend auf die andere Seite gezogen und um den ersten Nagel auf der anderen Querleiste gelegt, dann wieder zurück zur ersten Querleiste geführt und hier um den zweiten Nagel gelegt und danach wieder zur anderen Querleiste geführt.

Nach diesem Schema geht es weiter, bis alle Kettfäden gespannt sind. Sollen die Kettfäden nicht so eng beieinander liegen, können gleichmäßig Nägel ausgelassen werden. Bei einer schmalen Arbeit wiederum werden nur die Nägel umspannt, die für die gewünschte Breite benötigt werden. Das Ende des Fadens wird nun wie zu Beginn um eine Querleiste gewickelt und verknotet.

Jetzt wird ein Ende des Fadens durch die beiden Löcher der Flechtnadel gefädelt. Anschließend wird die Flechtnadel immer abwechselnd einmal über und einmal unter den Kettfäden auf die andere Seite geführt. Auf dem Rückweg wird dann entgegengesetzt geflochten.

Wurde die Flechtnadel auf dem Weg von links nach rechts also über die Kettfäden 1, 3, 5, 7 und 9 geflochten, wird sie in der nächsten Reihe über die Kettfäden 2, 4, 6, 8 und 10 nach rechts geführt. Sind einige Reihen geflochten, sollten sie zusammengeschoben werden. Hierfür gibt es spezielle Webkämme, ein herkömmlicher, stabiler Haarkamm tut es für den Anfang aber genauso. Ist die Flechtarbeit fertig, wird sie von den Nägeln abgenommen und die Schlingen werden aufgeschnitten.

Nun können die Fäden auf der Rückseite in das Gewebe eingezogen werden. Alternativ ist möglich, die Fäden als Fransen hängen zu lassen. In diesem Fall werden immer zwei oder drei aufgeschnittene Kettfäden miteinander verknotet.

Mehr Anleitungen, Vorlagen und Tipps:

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