Anleitung für einen Korb aus Peddigrohr

Anleitung für einen Korb aus Peddigrohr 

Ein geflochtener Korb ist nicht nur praktisch, sondern auch dekorativ. Und wie ein Korb aus Peddigrohr selbst geflochten werden kann, erklärt diese Anleitung!

Peddigrohr ist ein ideales Material, um Körbe zu flechten. Denn das Naturprodukt, das von einer Kletterpalme stammt, ist im trockenen Zustand stabil und recht robust. Wird es angefeuchtet, wird es geschmeidig und biegsam, so dass es sich sehr gut verflechten lässt. Allerdings sollte Peddigrohr nicht zu lange in Wasser eingeweicht werden.

Liegt es zu lange im Wasser, wird es nämlich grau. Das Flechten selbst ist nicht allzu schwierig. Am Anfang braucht es zwar ein wenig Übung. Doch wer den Dreh einmal raus hat, kann im Handumdrehen Körbe in den verschiedensten Größen und Formen anfertigen Hier nun aber die ausführliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für einen Korb aus Peddigrohr.

 

Die Materialien für einen Korb aus Peddigrohr

  • ·         Peddigrohr, etwa 2,6 mm stark für die Staken
  • ·         Peddigrohr, etwa 2,2 mm stark für die Flechtfäden
  • ·         Korbflechtboden aus dem Bastelbedarf
  • ·         Ahle und Seitenschneider
  • ·         Lineal
  • ·         Gefäß zum Einweichen und warmes Wasser

Im Bastelbedarf sind vorgefertigte Korbböden in vielen unterschiedlichen Größen und Formen erhältlich. Wer möchte, kann den Korbboden aber auch selbst anfertigen. Dafür wird eine Platte aus Holz oder Kork verwendet. Die Platte wird ins gewünschte Format gebracht. Anschließend werden mit wenig Abstand zum Rand gleichmäßig verteilt rundherum Löcher in die Bodenplatte gebohrt. Damit das Flechtmuster aufgeht, muss die Anzahl der Löcher dabei ungerade sein.

 

Die Anleitung für einen Korb aus Peddigrohr

Schritt 1: die Länge der Staken festlegen

Die Staken sind die senkrechten Peddigrohre, die umflochten werden und damit das Grundgerüst des Korbes bilden. Im ersten Schritt wird nun ermittelt, wie lang diese Staken sein müssen. Dabei gilt folgende Faustregel:

 

5 cm für den Boden + gewünschte Höhe des Korbes + 20 cm für den Rand

 

Soll der Korb beispielsweise 20 cm hoch werden, müssten die Staken also etwa 45 cm lang sein. Denn zusätzlich zu den 20 cm für die Seitenwände werden 5 cm für den Korbboden und 20 cm für den Korbrand benötigt.

Ist das Maß ermittelt, werden die etwas stärkeren Peddigrohre mit dem Seitenschneider entsprechend zugeschnitten. Wie viele Rohre benötigt werden, hängt natürlich von der Anzahl der Löcher im Korbboden ab. Die zugeschnittenen Staken werden dann für etwa fünf Minuten in ein Gefäß mit warmem Wasser gestellt. Dabei reicht es aber aus, wenn nur das untere Drittel der Staken im Wasser steht. Durch das Einweichen werden die Staken weicher und geschmeidiger, was wichtig ist, damit sie verflochten werden können. 

 

Schritt 2: den Fuß des Korbes flechten

Die eigentliche Fertigung des Korbes beginnt mit dem sogenannten Fußflechten. Als Fußflechten wird das Verknüpfen der Staken mit der Bodenplatte bezeichnet. Dafür wird durch jedes Loch in der Bodenplatte eine Stake gesteckt und soweit herausgezogen, dass das eingeweichte Ende auf der Bodenunterseite 5 cm weit herausschaut. 

Dann werden die Staken von links nach rechts, also gegen den Uhrzeigersinn miteinander verflochten. Dazu wird die erste Stake vor die nächste Stake und hinter die übernächste Stake gelegt. Anschließend geht es mit der zweiten Stake weiter. Auch sie wird vor ihre Nachbarstake und hinter die übernächste Stake gelegt. So geht es reihum weiter, bis alle Staken verflochten sind.

[Korb 1]

Korb 1

 

Schritt 3: die Seitenwände des Korbes flechten

Wenn die Staken auf der Unterseite der Bodenplatte miteinander verflochten sind und das Ganze umgedreht wird, stehen die Staken als senkrechtes Gerüst auf der Bodenplatte. Dieses Gerüst wird jetzt mit den dünneren Peddigrohren umflochten. Zuvor werden auch diese Rohre aber wieder in warmem Wasser eingeweicht. Da die Rohre recht geschmeidig sein müssen, damit sie beim Verflechten nicht abbrechen, sollten sie für zehn bis 20 Minuten in dem Wasser liegen.

Für das Flechten werden drei etwa einen Meter lange Flechtfäden abgeschnitten. Dabei dürfen die Flechtfäden ruhig unterschiedlich lang sein. Durch die unterschiedlichen Längen ergibt sich der Vorteil, dass die Fäden nicht alle an der gleichen Stelle enden. Viel länger als einen Meter sollten die Flechtfäden aber nicht sein, denn sonst verheddern sie sich ständig.

Das Flechten geht so:

·         Die drei Flechtfäden werden in drei Stakenzwischenräume nebeneinander gelegt. In jedem Zwischenraum befindet sich also ein Flechtfaden. Das Ende der Fäden zeigt dabei in Richtung Korbmitte.

·         Nun wird der linke Flechtfaden vor den beiden Nachbarstaken nach rechts geführt und hinter der dritten Stake vorbei wieder nach vorne gezogen. Dieser Faden ist danach der letzte Flechtfaden auf der rechten Seite.

·         Dann geht es mit dem Flechtfaden weiter, der zu Beginn der mittlere Flechtfaden war und jetzt der linke Flechtfaden ist. Auch dieser Flechtfaden wird vor den beiden nächsten Staken und hinter der dritten Stake vorbei nach links geflochten.

·         Anschließend wird wieder der Flechtfaden ganz links vor zwei Staken und hinter der dritten Stake vorbei nach rechts verflochten.

So geht es reihum immer weiter. Es wird also immer der Flechtfaden verflochten, der links liegt. Sollte das Peddigrohr zwischenzeitlich zu trocken und dadurch zu hart werden, kann es mit etwas Wasser besprüht werden, um es wieder zu befeuchten und weicher zu machen.

[Korb 2]

Korb 2

Zwischendurch wird es immer wieder passieren, dass ein Flechtfaden endet. In diesem Fall wird ein neuer Flechtfaden genommen und von innen nach außen durch den Stakenzwischenraum nach vorne geführt, durch den auch der vorhergehende Flechtfaden geführt worden wäre. Auf der Innenseite wird das Ende dann einfach in das Geflecht hineingesteckt.

 

Schritt 4: den Rand des Korbes flechten

Wenn der Korb so hoch geworden ist, dass von den Staken nur noch 20 cm übrig sind, wird es Zeit für den Rand. Dafür wird der Korb etwa fünf Minuten lang kopfüber in warmes Wasser gestellt. Dadurch werden die Staken weich und biegsam.

Der Rand wird in zwei Runden geflochten:

·         Zunächst wird die erste Stake hinter der nächsten Stake vorbeigeführt und so in dem Stakenzwischenraum abgelegt, dass ihr Ende nach außen zeigt. Dies wird reihum mit allen Staken wiederholt.

·         Ist der Rundenanfang erreicht, wird die letzte Stake unter der ersten Stake hindurch in den Stakenzwischenraum gezogen.

·         Dann folgt die zweite Runde, in der die Enden der Staken, die jetzt ja alle nach außen zeigen, nach innen verschwinden. Dafür wird die erste Stake vor der nächsten Stake nach rechts geführt und anschließend durch die Schlaufe an der übernächsten Stake nach innen geschoben. Auch das wird reihum wiederholt. 

Sollten die Staken auf der Innenseite zu weit überstehen, können sie mit dem Seitenschneider gekürzt werden. Zu kurz sollten die Staken aber nicht abgeschnitten werden, denn sie stützen sich gegenseitig und bilden dadurch einen stabilen Rand, der sich nicht löst. Damit ist der Korb fertig!

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